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Projektbeschreibung

Kurzbeschreibung

Kurzbeschreibung

Das von der DFG geförderte Projekt "Syntax hessischer Dialekte (SyHD)" setzt es sich zum Ziel, erstmals und flächendeckend die Dialektsyntax des Deutschen am Beispiel eines gesamten Bundeslands (Hessen) in ihren Grundzügen zu erheben, systematisch zu erschließen und zu analysieren. Neben dem Bundesland Hessen werden überdies in zwölf außerhessischen Ortschaften Erhebungen durchgeführt. Diese dienen als Vergleichspunkte und sind in einer Art Ellipse um Hessen angeordnet. Das Projekt strebt zwei zentrale "Endprodukte" an, die online zugänglich sein werden:

  • Umfangreiche Analysen zur hessischen Dialektsyntax, die in der systematischen Zusammenschau verschiedener linguistischer Teildisziplinen erfolgen. Die Daten werden sprachhistorischen, variationslinguistischen und syntaxtheoretischen Analysen unterzogen, deren Ergebnisse in wissenschaftliche Publikationen münden. (Siehe Publikationen)
  • "Expertensystem zur hessischen Dialektsyntax" mit zwei zentralen Bausteinen: die im Rahmen des Projekts erhobenen und für weiterführende syntaktische Analysen aufbereiteten Daten (SyHD-stats, SyHD-maps) sowie georeferenzierte Sprachkarten zu ausgewählten Phänomenen (SyHD-atlas).

Methodisch setzt SyHD auf eine Kombination von indirekten und direkten Erhebungen: An ca. 160 Ortspunkten in Hessen und an zwölf Ortspunkten außerhalb Hessens werden zunächst mithilfe von Fragebögen syntaktische Phänomene bei etwa vier bis acht Informant_innen pro Ort erhoben. Dabei orientieren wir uns an den vom Syntaktischen Atlas der Deutschen Schweiz (SADS) und vom Syntactische Atlas van de Nederlandse Dialecten (SAND) erprobten Mustern. In einem zweiten Schritt werden dann an den hessischen Erhebungsorten direkte Befragungen durchgeführt werden.

 

 

SyHD (2016): Kurzbeschreibung. In: SyHD-online.
URL: http://www.syhd.info/ueber-das-projekt/projektbeschreibung/#kurzbeschreibung [Zugriff:23.02.2017]

Methoden

Methoden

Die Daten für SyHD werden im Rahmen multivariater Erhebungen gewonnen, bei denen direkte und indirekte Erhebungsverfahren zum Einsatz kommen. Die Vorteile beider Methoden können so kombiniert werden.

Die indirekte Erhebung per Fragebogen dient dabei der ersten und flächendeckenden Erkundung des syntaktisch bisher noch völlig unbearbeiteten Erhebungsgebiets und der optimalen Vorbereitung der direkten Erhebung: Die in der indirekten Befragung erhobenen Daten bilden die Grundlage für die Erstellung des Fragebuches für die direkte Befragung.

Die in Form von Interviews direkt erhobenen Daten dienen dem Projekt als primäre und wichtigste Datenquelle; sie werden durch den Abgleich mit den indirekt erhobenen Daten in einen weiteren Kontext gestellt. Die direkte Befragung erfolgt durch linguistisch geschulte Explorator_innen.

Genauere methodische Informationen zu den inzwischen abgeschlossenen Erhebungen folgen.

SyHD (2016): Methoden. In: SyHD-online.
URL: http://www.syhd.info/ueber-das-projekt/projektbeschreibung/#methoden [Zugriff:23.02.2017]

Zum Expertensystem

Zum Expertensystem

Die erhobenen und klassifizierten Daten sind die Basis für ein umfassendes Expertensystem zur hessischen Dialektsyntax, das sich derzeit in der Entwicklung befindet. Sie können die Entwicklung des Systems auf dieser Homepage mitverfolgen. Prinzipiell werden derzeit folgende Werkzeuge entwickelt:

Die zentrale Publikationsform der gesamten Daten, die im Projekt erhoben worden sind, stellen georeferenzierte Sprachkarten dar, die die Ergebnisse zu einzelnen Fragen areal abbilden. Die Expert_innen des Projekts kommentieren diese einzeln, aber mehrere Karten gemeinsam bezogen auf das entsprechende syntaktische Phänomen, dem sie zuzuordnen sind. Der ausschließlich online publizierte syntaktische Atlas bietet drei große Vorteile:

  1. individueller, hypertextueller Zugang zu den Sprachkarten sowie Kartenkommentaren: d.h. dass Anwender_innen nicht an die spezifische Zusammenstellung der Karten sowie der entsprechenden Kommentare gebunden sind - einzelne Karten und die mit ihnen verbundenen Daten sollen in diesem System frei zusammenstellbar sein, sodass ein unproblematischer Vergleich von Karten ermöglicht wird.
  2. Verknüpfung mit den Projektdaten: Die Karten sowie Kommentare sind mit der Projektdatenbank verknüpft, so können weitere Informationen zu den untersuchten Phänomenen, zu den Orten etc. aufgerufen werden, oder z.B. die gerade betrachtete Karte per Knopfdruck im dynamischen Kartensystem (SyHD-maps) aufgerufen werden sowie über das Datenausgabesystem (SyHD-stats) alle Antworten zu einer gerade betrachteten Karte exportiert werden.
  3. nahezu unbeschränkter Zugang: Im Gegensatz zu gedruckten Sprachatlanten ist SyHD-atlas rund um die Uhr, quasi weltweit zugänglich, solange die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Dies bietet eine optimalen Zugang, der auch von der breiten Öffentlichkeit ohne Weiteres genutzt werden kann.

SyHD-atlas befindet sich derzeit in der technischen sowie inhaltlichen Entwicklung.

SyHD-maps

Ergänzend zu SyHD-atlas bietet das Projekt mit SyHD-maps ein interaktives Kartensystem an, mit dessen Hilfe Anwender_innen die Daten aus dem Projekt ganz nach ihren Wünschen areal abbilden können. SyHD-maps liefert dafür zunächst alle Daten, die die Grundlage der Kartierung in SyHD-atlas darstellen, sodass sie ohne viel Aufwand in ein individuelles Kartenbild integriert werden können. Mit einem Klick auf die verschiedenen Orte können detailliertere Informationen zu den Einzelorten aus der Datenbank abgerufen werden. Hinzu kommt die Möglichkeit ausgewählte Karten mit Zusatzinformationen zum Erhebungsraum einzublenden, sodass die SyHD-Daten in einem anderen Kontext betrachtet werden können. Außerdem können eigene Abfrage-Profile erstellt werden und als Grundlage für eigene Kartierungsansätze genutzt werden.

Die Beta-Version von SyHD-maps kann auf Anfrage eingesehen werden und steht voraussichtlich ab Mitte 2015 öffentlich zur Verfügung.

SyHD-stats

Das Expertensystem zur hessischen Dialektsyntax wird schlussendlich mit SyHD-stats abgerundet. SyHD-stats bietet den (nicht areal abgebildeten) Zugriff auf die Daten aus dem Projekt. Dies beinhaltet die Möglichkeit selbst zusammengestellte Auswertungsdaten abzurufen (Antworten je Person, Antworten je Ort (bereits gezählt), anonymisierte Sozialdaten zu den Personen, Angaben zu Spracheinstellungen, ...) und in verschiedenen Formaten zu exportieren (Excel, csv, ...). Überdies bietet das Werkzeug die Möglichkeit, online und interaktiv Diagramme aus den Projektdaten zu generieren und somit die Daten aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Die Vorteile, die sich aus einem solchen online Darstellungssystem ergeben, sind nicht nur einheitliche, zitierbare Diagramme, sondern wiederum vor allem die einfache Nutzbarmachung der gesammelten Daten. Durch ein leicht zu bedienendes Auswertungssystem können nicht nur ExpertInnen Erkenntnisse aus den Daten gewinnen - die Ergebnisse aus dem Projekt werden also einer breiteren Öffentlichkeit leichter zugänglich gemacht. Aber auch für Expert_innen bietet ein solches System den Vorteil, dass relativ unkompliziert und mit geringem Zeitaufwand ein (optischer) Einblick in und Überblick zu bestimmten Ergebnisse gewonnen werden kann. Außerdem bietet SyHD-stats die Darstellung von nicht arealen Ergebnissen zum Projekt.

SyHD-stats befindet sich derzeit noch in der Konzeptionsphase, wobei erste Eindrücke zu den Darstellungsmöglichkeiten noch Anfang 2015 auf der Homepage möglich sein sollen.

Breuer, Ludwig Maximilian (2016): Zum Expertensystem. In: SyHD-online.
URL: http://www.syhd.info/ueber-das-projekt/projektbeschreibung/#zum-expertensystem [Zugriff:23.02.2017]